Norika Solist

Soraya Tumb

Gala Tumb

Kiebitz Tumb

 ZÜCHTUNG

Kartoffelzüchtung erfordert Visionen.

Von der Idee und Ausführung zielgerichteter Kreuzungskombinationen bis zur Zulassung und Markteinführung einer neuen Kartoffelsorte vergehen nicht selten mehr als 14 Jahre. Aus diesem Grund orientieren sich die Zuchtziele von heute an den Anforderungen des Kartoffelmarktes von morgen.  Die  gezielte Kombination von vorteilhaften agronomischen  Merkmalen und zahlreichen Resistenzeigenschaften im NORIKA - Züchtungsprogramm führt kontinuier-lich zur Entwicklung leistungsfähiger Sorten. Diese sind die Grundlage für einen effizienten, ressourcenschonenden Kartoffelanbau.

 

Mit den stetigen Verbesserungen der Speiseeigenschaften und Verarbeitungs-qualitäten bei den Kartoffelneuzüchtungen werden NORIKA-Sorten auch in Zukunft einen Beitrag für eine gesunde Ernährung und die Entwicklung innovativer Kartoffelveredlungsprodukte leisten.

 

Norika Zuchtschema

 

 ERHALTUNGSZÜCHTUNG

Gesundes leistungsfähiges Pflanzgut bildet die Grundlage für eine ertragreiche Produktion von Qualitätskartoffeln. Unsere Erhaltungszucht sichert, dass die Sorten gesund sind und die wertbestimmenden Eigenschaften einer Sorte unverändert bestehen bleiben. Die in vitro-Vermehrung bildet die Basis für eine schnelle, quantitativ und qualitativ hochwertige Vermehrung. In den Laboren der NORIKA werden jährlich zahlreiche in vitro Erhaltungszucht sichert, dass die Sorten gesund sind und die wertbestimmenden Eigenschaften einer Sorte unverändert bestehen bleiben. Die in vitro-Vermehrung bildet die Basis für eine schnelle, quantitativ -Pflanzen und in vitro-Knollen erzeugt.

Bei der Produktion von Gewächshausknollen und der Vermehrung des Pflanzgutes im Vorstufen- und Basispflanzgutbereich gewährleisten erfahrene Mitarbeiter der NORIKA - Erhaltungszuchtstationen die Einhaltung höchster Qualitätsstandards.

Die Erhaltungszuchtstationen der NORIKA, Lindenhof und Vorder Bollhagen, befinden sich in den besonders geschützten Gesundlagen Mecklenburg-Vorpommerns und bieten damit beste Voraussetzungen für die Vermehrung und Pflanzgutbereitstellung für Vermehrungsbetriebe und Konsumkartoffelanbauer.

 

 FORSCHUNG & ENTWICKLUNG

Bereits seit einiger Zeit werden im Bereich der Pflanzenzüchtung moderne biotechnologische und molekularbiologische Verfahren zur Unterstützung der klassischen Züchtungsarbeit eingesetzt. Bei der NORIKA möchten wir zukünftig verstärkt auf die „Marker-Assisted-Selection“ (MAS) setzen. MAS bedeutet die Nutzung von DNA Sequenzen, welche im Genom der Kartoffel mit bestimmten Merkmalen gekoppelt sind. Können diese DNA Sequenzen nachgewiesen werden, kann man in den meisten Fällen davon ausgehen, dass das damit verbundene Merkmal im Genom vorliegt. Dies unterstützt die gezielte Suche nach wünschenswerten Merkmalen im Erbgut unseres Zuchtmaterials. Mit Hilfe dieses Verfahrens können oft aufwändige Biotests eingespart werden.

 

Diese Technologie soll unsere Züchter bei der Auswahl geeigneter Zuchteltern, sowie bei der zielgerichteten Selektion von Zuchtstämmen unterstützen. Wir sind bestrebt neue Entwicklungen auf dem Gebiet der MAS in unsere Züchtungsarbeit einfließen zu lassen  bzw. diese durch eigene Forschungsaktivitäten mit voranzutreiben.

Ein weiteres Ziel unserer Forschungsarbeit ist die stete Entwicklung neuer Verfahren zur Verbesserung unserer Qualitätssicherung. So verfügen wir in unserem Forschungslabor derzeit über ein neues, schnelles und robustes Verfahren für die Sortenidentifizierung, welches durch die NORIKA mitentwickelt wurde, sowie zahlreiche klassische und moderne Verfahren für den Nachweis von viralen, bakteriellen und pilzlichen Kartoffelpathogenen.

Zur langfristigen Sicherung des Züchtungsfortschritts führen wir gemeinsam mit universitären Forschungsgruppen verschiedene Verbundprojekte durch, die durch öffentliche Mittel gefördert werden. Zudem sind wir als Mitglied der Gemeinschaft zur Förderung der privaten deutschen Pflanzenzüchtung e.V. (GFP) an gemeinschaftlichen Forschungsvorhaben von Kartoffelzuchtunternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen beteiligt.

 

 AUSGANGSMATERIALZÜCHTUNG

Die Aufgaben der Abteilung "Ausgangsmaterial" (AGM) liegen in der Erschließung, Beschreibung und Nutzung von genetischem Material zur Erzeugung von Ausgangsmaterial für die Sortenzüchtung. Dieses Gebiet wird auch als Vorzüchtung oder Pre-Breeding bezeichnet. Die Etablierung der Abteilung "Ausgangsmaterial" bei der NORIKA findet ihre Ursachen in dem Rückzug der öffentlichen Hand aus diesem Gebiet.

Erschließung von genetischem Material

Genetisches Material mit interessanten Merkmalsausprägungen und -kombinationen stammt typischerweise aus nationalen und internationalen Zuchtprogrammen und Sammlungen. Besonders hervorzuheben sind hierbei:

CIP (link) (Centro International de la Papa) als internationale Genbank mit Sitz in La Molina bei Lima, Peru.

GLKS (link) (Groß Lüsewitzer Kartoffel Sortimente) des IPK Gatersleben mit Sitz in Groß Lüsewitz, in unmittelbarer Nachbarschaft der NORIKA.

JKI (link)  (Julius Kühn-Institut) mit der Versuchsstation zur Kartoffelforschung in Groß Lüsewitz, ebenfalls in unmittelbarer Nachbarschaft der NORIKA.

Beschreibung von genetischem Material

Die Beschreibung von neu erschlossenem genetischem Material erfolgt - je nach beabsichtigter Verwertungsrichtung - in erster Linie durch Resistenztests gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Eine herausragende Rolle spielt hierbei die Resistenz gegenüber der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans (Mont.) De Bary).

Nutzung von genetischem Material

Besonders Wildarten lassen sich aufgrund abweichenden Polidiegrades oder EBN (Endosperm Balance Number) nur schwierig mit der Kulturkartoffel kreuzen. Um interessante Eigenschaften aus diesen Arten in die Kulturkartoffel einlagern zu können, sind Umwege über Brückenkreuzungen oder Protoplastenfusion erforderlich. Gentechnik stellt dabei für die NORIKA derzeit keine Option dar.